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Metallrecycling und die Aufbereitung von Wertstoffen

Martina Österreicher25.10.2017

Ob Schrott, Plastik oder Papier – Recycling schont die Ressourcen und hilft der Umwelt. Zugleich ist das Rückgewinnen von Wertstoffen meist günstiger als die Erstherstellung. Vor allem sind es Metalle, welche für die Wirtschaft mehr und mehr von Bedeutung sind, denn viele Metalle lassen sich ohne Qualitätseinbußen beliebig oft wiederverwerten. Kunststoff kann nur einige Male eingeschmolzen werden, dann kann das Material nicht mehr verwendet werden. Dieses „Downgrading“ gibt es bei Metallen nicht.

Metall recyceln spart massenhaft Energie

Wenn man betrachtet, dass im Jahr 2014 in Europa rund 10,4 Millionen Tonnen Aluminium produziert wurden, und davon der Anteil an Receyclingaluminium rund 26 Prozent betrug, sprechen diese Zahlen für sich. (Quelle)

In der Sekundärproduktion lassen sich bei allen (Alt-)Metallen gegenüber der Primärproduktion erhebliche Energiemengen einsparen. Beim Recyceln von zum Beispiel Aluminiumschrott werden nur 5 Prozent der Energie benötigt, die man brauchen würde, um Aluminium aus Bauxit herzustellen.

Ähnlich sieht das bei Kupfer aus. Recyclingkupfer unterscheidet sich nach der Aufbereitung kaum mehr vom Rohstoff selbst. Es wird in großen Mengen vor allem in der Bau- und Elektroindustrie verwertet, wo es als relativ weiches und zugleich zähes Material als Wärme- und Stromleiter zum Einsatz kommt.

Woher nehmen, wenn nicht stehlen?

In Europa betrug der jährliche Bedarf zum Beispiel an Aluminium 2014 auf etwa 10,9 Millionen Tonnen. (Quelle) Doch woher nehmen, wenn nicht stehlen?

In Österreich stehen für das Recycling von getrennt gesammelten Altmetallen Anlagen mit einer Mindestkapazität von rund 3,29 Tonnen pro Jahr zur Verfügung. Der überwiegende Einsatz von Altmetallen erfolgt in Anlagen zur Erzeugung von Eisen und Stahl. Es handelt sich dabei primär um die Abfallart „Eisen- und Stahlabfälle, verunreinigt“.

Die in Anlagen zur Erzeugung von Nichteisenmetallen eingesetzte mengenmäßig bedeutendste Abfallart ist Aluminiumschrott, gefolgt von Kupferschrott und aluminiumhaltigen Leichtmetallkrätzen. (Quelle)

Schlacke – aus Deponiematerial wird Recycling-Gut

Recycling hört allerdings nicht bei der Metall- oder Plastiktonne auf. Was passiert also mit Metallen die nicht getrennt gesammelt werden? Diese werden mit der Restmüllsammlung der Verbrennung zugefügt und landen danach in der Rostasche bzw. -schlacke. Diese Schlacke besteht aus weitgehend inertem, also nicht mehr reaktionsfähigem Material, mit Beimischungen von Schrott aus verschiedenen Metallen sowie geringen Mengen unvollständig verbrannter Reste des Hausmülls. Doch das bedeutet nicht, dass diese Metalle für den Recyclingprozess verloren sind.

Immer mehr Abfall- und Recyclingunternehmen haben erkannt, dass die Aufbereitung dieser Schlacke eine Möglichkeit ist, ihre Geschäftsfelder zu erweitern und zusätzliche Umsätze zu generieren. Das Volumen und die Kosten der zu deponierenden Masse werden reduziert und Sekundärrohstoffe werden dem Produktionsprozess rückgeführt.

Hochwertige Rohstoffe werden durch aufwendige und mehrstufige Aufbereitungsprozesse erstellt um die notwendige Qualität in den gefragten Größen zu erzeugen. Hoch technologische Verfahren werden eingesetzt um neue Märkte zu erschließen und Grenzen zu überschreiten. Dadurch wird der klassische Abfallentsorger zum multinationalen Dienstleister und Produzenten von hochwertigen Sekundärrohstoffen.

Rückführungslogistik = aus Nichts wieder einen Wert erzeugen. Das kann nicht jedes ERP

Die soeben genannten Dienstleister und neuerdings Produzenten von Sekundärrohstoffen stehen jedoch vor einem IT-technischen Problem. Lassen Sie es uns hier kurz umschreiben:

In einer thermischen Abfallbehandlungsanlage wird Müll zur Verwertung angeliefert. Der Müll wird verbrannt und danach existiert der Müll nicht mehr – rein buchhalterisch gesehen. Nun gewinnen die Recycler aus diesem „Nichts“ wieder einen Wert und müssen diesen – um ihn wieder für einen Geschäftsprozess zur Verfügung zu stellen – im System zur Verfügung haben.

Diesen Prozess nennt man Rückführungslosgistik (engl. Reverse logistics) und nicht jedes System kann diesen Prozess abbilden.

COSMO CONSULT Environmental hat durch jahrelange Erfahrung diese Rückführungslogistik im System abgebildet und stellt somit zuverlässig die branchenrelevanten Abläufe out-of-the-box zur Verfügung.

Rückführungslogistik?

Aus Nichts wieder einen Wert erzeugen. Kann das Ihr ERP?

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Über den Autor: Martina Österreicher

Martina Österreicher ist Senior Application Consultant im Bereich Environmental bei COSMO CONSULT in Wien (vormals FWI Gruppe). Nach der Ausbildung zur Umweltmanagerin und dem Studium der Ver- und Entsorgungstechnik an der Montanuniversität Leoben in die ERP-Beratung eingestiegen. Seit 2011 in internationalen ERP-Projekten tätig. Als Teil des Produktteams Environmental an der Weiterentwicklung der ERP-Branchenlösung mitverantwortlich.

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