Interview mit Christian Koch, Teamleiter Presales International, über Microsoft Dynamics NAV 2018

Gero Brinkbäumer30.01.2018
Bild: Interview mit Christian Koch

Microsoft Dynamics NAV 2018 ist erst seit wenigen Wochen auf dem Markt – und der nächste Meilenstein der Produktentwicklung ist schon am Horizont zu sehen: Unter dem Code-Namen „Tenerife“ führt Microsoft CRM und ERP in einem neuen System zusammen – erst in der Cloud, später in einer lokal installierbaren Version. Christian Koch, Teamleiter Presales International bei der COSMO CONSULT-Gruppe, verrät im Interview, welche Neuerungen Dynamics NAV 2018 mitbringt und auf was sich Nutzer künftig freuen dürfen.

Christian, du bist bei der COSMO CONSULT Teamleiter Presales International und hast dadurch immer Zugriff auf die neuesten Microsoft-Technologien. Microsoft Dynamics NAV 2018 hast du als einer der wenigen schon live gesehen. Was können wir von der neuen Version erwarten?

Microsoft führt mit der neuen Dynamics-Version einige Funktionen ein, welche die Benutzung vereinfachen und effizienter machen. So wurden z.B. die Benutzereinstellungen verbessert. Anwender können nun das Rollencenter wechseln, ohne sich erneut anmelden zu müssen. Außerdem wurden die Einrichtungsoptionen zentralisiert; damit wird die Einrichtung eines Mandanten deutlich vereinfacht. Bei den Benutzeraufgaben kann man zukünftig Anwendern Aufgaben zuweisen und deren Status überwachen.
Die wichtigste Neuerung ist aber wohl die verbesserte Integration von Microsoft Dynamics NAV in die Office-Welt: PowerBi lässt sich jetzt mit Entitäten wie zum Beispiel Artikeln verknüpfen, Microsoft Flow kann in Verbindung mit dem Workflow-Modul genutzt werden und es gibt Excel-Berichtsvorlagen, die das Auswerten von Daten noch mehr verbessern und beschleunigen. Weiterhin arbeitet Microsoft verstärkter am Thema „Künstliche Intelligenz“. Microsoft integriert Machine Learning und Cognitive Services, um zum Beispiel Artikelattribute durch Analyse eines Artikelbildes anzureichern.

 

„Integration“ ist sicher ein wichtiges Stichwort, wenn es um Microsoft geht. Zuletzt war ja viel die Rede davon, dass Microsofts Produkte näher zusammenrücken. Wohin geht denn die Reise?

Nach „Teneriffa“. In Anführungsstrichen, denn Tenerife ist der Code-Name für die Integration von Microsoft Dynamics NAV in Microsoft Dynamics 365. Mit Dynamics 365 führt Microsoft eine neue Generation von Geschäftsanwendungen ein, die die Grenzen zwischen ERP und CRM aufbricht. Unter diesem Namen bietet Microsoft unterschiedliche Business Apps für CRM, Finance, Operations, Marketing usw. an. Microsoft Dynamics NAV wird als All-in-One Business Suite unter dem Dach von Microsoft Dynamics 365 erscheinen. Code-Name hierfür ist Tenerife. Eine erste Version wird es im Frühjahr 2018 geben, zunächst nur in der Cloud, aber mit dem vollen Funktionsumfang von NAV. Anschließend wird auch die On-Premises-Variante für Microsoft Dynamics 365 Tenerife erscheinen. Der Nutzer hat also nach wie vor die Wahl, ob er On-Premises oder in der Cloud arbeiten möchte.

Was bedeuten diese Veränderungen für die Benutzer?

Mit dem neuen Namen verabschiedet sich Microsoft langsam aber sicher von den gewohnten Begriffen ERP oder CRM und geht in Richtung Business Apps – egal aus welcher Produktsuite sie kommen. Die Technologien, die Dynamics 365 zugrunde liegen, sind Microsoft Azure und die Common Data Services. Sie ermöglichen einen nahtlosen Austausch zwischen den Applikationen: Das gilt sowohl für Microsoft-Apps als auch für Drittanbieter-Apps. Damit einher geht aber auch ein stärkerer Fokus auf den einzelnen Benutzer und seine individuellen Anforderungen. Häufig benötigen Anwender nur kleine Bausteine und eben nicht alle Funktionen eines „allumfassendes ERP-Systems“ für die tägliche Arbeit. Der modulare Aufbau der Apps in Dynamics 365 ermöglicht eine schlanke und effiziente Abbildung der kundenspezifischen Prozesse. Und so wird es zukünftig in jedem Fall einfacher, Business-Apps zu implementieren, weil sie schlanker sind und man Zeit einspart.

Verfolgt man die aktuelle Berichterstattung, bekommt man schnell den Eindruck, dass sich zukünftig alles in der Cloud abspielen wird. Und auch du hast ja bereits darauf hingewiesen, dass Microsoft Dynamics 365 Tenerife zunächst als Cloud-Variante erscheinen wird – noch vor On-Premises. Verfolgt also auch Microsoft eine Cloud-Strategie?

Ja, definitiv! Das bringt ja auch viele Vorteile: die weltweite Verfügbarkeit der eigenen Geschäftsanwendungen, die Zusammenarbeit über Standorte hinweg, das freie Skalieren von Ressourcen nach Bedarf oder die einfachere Konnektivität zu anderen Applikationen innerhalb und außerhalb der Microsoft-Welt – und das sind nur einige Gründe. Trotzdem werden von Microsoft auch nach wie vor klassische Betriebsmodelle unterstützt. Am Ende entscheidet also der Kunde, ob er lieber in der Cloud oder On Premises arbeitet – oder eine Kombination aus beidem nutzt.

Welche Rolle spielen bei dem ganzen denn die Microsoft-Partner?

Ich war vor ein paar Wochen zu Gast auf der Directions EMEA, Microsofts größter Partnerkonferenz in Madrid mit 2.200 Teilnehmern aus der ganzen Welt. Dort gab es seitens Microsoft ein ganz klares Bekenntnis zu NAV und seinen Partnern: Der Erfolg von Microsoft Dynamics NAV ist ein Ergebnis des Partner-Netzwerks. Und ebenso wie sich Microsoft mit seinem Produktportfolio zunehmend stärker an den individuellen Benutzeranforderungen orientiert, nimmt auch die COSMO CONSULT an dieser Entwicklung teil. Ein Schubladendenken in ERP- oder CRM-Kategorien gibt es bei uns nicht mehr. Im Mittelpunkt stehen für uns vielmehr die individuellen Anforderungen des Kunden, also die Frage: Welche Geschäftsanwendungen können wir unseren Kunden anbieten, damit sie noch produktiver werden? Und mit Microsoft haben wir einen Partner an der Seite, mit dem zusammen wir unsere Kunden auf allen Ebenen bedienen können.

 

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